Seit Jahren unternehmen wir auch immer wieder mit den BewohnerInnen des Blindenheims Ferien oder verlängerte Wochenenden. In den letzten Jahren organisierten wir Badeferien in Frankreich oder Griechenland, Städtereisen in Berlin oder Salzburg, verlängerte Wochenenden im Schwarzwald, aber auch Ferienwochen im Berner Oberland oder am Thunersee.
Hier einige Berichte von TeilnehmerInnen:
Ferienwoche im Schwarzwald
Reise nach Salzburg
Ferien im Schwarzwald
1. Tag
Er begann zunächst wie jeder meinerFerientage: Lange Ausschlafen, kein Frühstück, dann mich zusammenstellen. Hurra!! Wir fahren heute in die Ferien! Gegen 14.00 Uhr bestiegen wir dann die Fahrzeuge und die Reise begann. Zuerst quälten wir uns durch die Stadt und mussten einige Baustellen umkurven, bis wir an der Landesgrenze waren. Die gute Laune der Truppe, das schöne Wetter und die Landschaft trösteten uns darüber hinweg. Da ich noch nie im Schwarzwald war, fragte ich stets, wo wir seien und wie es da aussieht. Ich konnte schon mal den ersten Eindruck darüber erhalten, dass diese Gegend trotz vieler Bauten noch genug Grünflächen besitzt. Ich habe festgestellt, dass die Reise auf den Feldberg zum Teil recht steil in die Höhe geht, das ist eine richtige Passstrasse. Auf dem Feldberg machten wir Rast, um uns unsere Füsse zu vertreten und den Durst zu stillen. Für einen Teil der Mitreisenden war klar, was getrunken wurde: Ein Bier. Und ich versichere, es war nicht das letzte in dieser Woche. Wir setzten die Reise fort und gelangten nach und nach in die Gegend des Schwarzwaldes, wo es wirklich Wald hat. Und ich habe festgestellt, dass er wirklich dunkel sein kann. Da er ja teilweise links und rechts dicht an der Strasse stand, war es für meine Verhältnisse richtig dunkel. Gegen Abend trafen wir dann im Hotel ein, fassten unser Gepäck und bezogen die Zimmer. Nachdem Michaela sich endlich ihr „richtiges Zimmer“ ausgeguckt hatte (es musste einen Blick aufs Wasser haben), konnten wir dann definitiv mit der Beschlagnahme der Zimmer beginnen. Typisch, ich musste natürlich sofort den Radio in Betrieb nehmen. Ohne einen ordentlichen „Sound“ geht nichts! Dann konnten wir uns erfrischen und wir trafen uns dann zum ersten Abendessen am Ferienort. Zum Glück war das Hotel nicht so gross, so dass man sich relativ bald zurechtfinden konnte. Und wir haben rasch festgestellt, dass das Personal sehr aufmerksam und hilfsbereit ist.
2. Tag
Der Tag begann – sie haben’s erraten – mit einem üppigen Frühstück.- Diese Buffets sind immer so ausführlich, dass man sicher einen Monat gebrauchen müsste, um alles zu kosten. Was steht heute auf dem Plan? Ach ja, der Besuch des Freiluftmuseums in Gutach. Am Ort des Geschehens angelangt, wurden wir von einem älteren Herrn empfangen, der uns mitteilte, dass wenn wir den Eingang passieren, wir 200 Jahre in die Vergangenheit zurückreisen. Das erste Häuschen hat mir Eindruck gemacht, da es ja eigentlich ein „Haus im Haus“ ist. Energetisch könnte man dies für die heutige Zeit sicher abwandeln. Für mich war auch interessant, einmal einen Köhlerhaufen zu sehen. Ich wusste gar nicht, wie das aussieht und wie er aufgebaut ist. In einem anderen Gebäude mit Stall gab es so genannte Hinterwaldrinder. Die sind noch so schwer wie die normalen. Es stand und lag da eine Mama mit ihren Kindern. Die jungen Tiere waren sehr zutraulich und liessen sich gerne streicheln, und sie leckten begierig meine Hand, vermutlich roch sie nach Salz. Die Tierchen haben eine sehr raue Zunge, aber ein sehr feines Fell. Sie wollten nicht aufhören mit Lecken. Wir haben dann noch verschiedene, andere Häuser besucht. Die Führung dauerte etwa zwei Stunden, und wir durften auch Orte besuchen und Gegenstände berühren, zu denen die „normalen“ Besucher keinen Zutritt haben. Zum Beispiel konnten wir in einem Haus die Wohnung einer damaligen Familie betrachten und feststellen, wie klein und niedrig die Betten waren. Aber ich finde, meine Matratze ist weniger hart als eine aus Stroh. Die ganze Führung war sehr interessant und lehrreich. Der Herr hat sich auch sehr Mühe gegeben. Nach dem Ende der Führung nahmen wir in der nahe gelegenen Gaststätte ein Mittagessen eingenommen. Anschliessend haben wir verschiedene Gruppen gebildet, die verschiedene Aktivitäten unternahmen. Brigitte, Jacqueline, Paul und Herr Utzinger sind dann erneut im Gelände des Museums herumspaziert. Wir entdeckten noch einen Teil einer Mühle, eine Metallwerkstatt mit mechanischen Maschinen und einen Garten mit vielen Gewürz- und Heilkräutern. Der Garten war in verschiedene Sektoren unterteilt, und alles war angeschrieben. So konnte man auch nachschauen, für was für eine Krankheit welches Heilkraut gut sein kann.
Gut gelaunt kehrten wir am späteren Nachmittag wieder ins Hotel zurück. Jeder zog sich zurück um sich zu erfrischen und wir trafen uns dann beim Abendessen.
3. Tag
Ach ja, heute ging es ja nach Tittisee zum Shopping. Im späteren Vormittag begaben wir uns zum Schiffssteg, der sich unterhalb des Hotels befand. Unser „Titus“ war ein Holzschiff, sah aus wie ein Piratenkahn. Frau Burkhalter hat mir das Steuerhäuschen gezeigt, welches nicht sehr stark vom Passagierraum abgetrennt ist. Dieses Schiff verkehrt regelmässig auf dem Tittisee. Wir befanden uns auf dem offenen Teil des Schiffs und genossen den Fahrtwind. In Tittisee angelangt, sah man auch hier die Auswirkungen der Fussball WM. Am Schiffslandeplatz war ein grosser Bildschirm aufgebaut. Wir begaben uns aber in die Shoppingmeile von Tittisee, in der sich Laden an Laden reiht. Und es überrascht euch sicher nicht, dass ich mich u.a. mit Fressalien eingedeckt habe. Ein T-Shirt musste natürlich auch her. Und, was wohl hat Jacqueline gekauft? Natürlich, eine Katzentasche. Nachdem sich alle mit Souvenirs eingedeckt hatten, gab es einen Kaffeehalt. Anschliessend begab sich der grössere Teil der Gruppe zu Fuss auf den Heimweg. Er führte uns zunächst an einem Strandrestaurant und einem Pedalostand vorbei. Hernach ging es durch einen Park mit bunten Blumenrondellen und Bäumen. Danach mussten wir leider ein rechtes Stück der Hauptstrasse entlanglaufen und Staub schlucken. Hust!! Hust!! Zu Hause setzte sich ein Teil der Gruppe in den Garten, und eine anderer Teil ging schwimmen, teils im Schwimmbad, teils im See. Das Abendessen in Tittisee verdienten wir uns mit einem Spaziergang hin und zurück.
4. Tag
Heute geht es aber rund! Wir fahren mit dem Hollentalexpress nach Freiburg, wo wir das Ehepaar Zimmermann treffen, die mit uns einen Stadtrundgang absolvieren werden. Zur Begrüssung gab es frisch gepflückte Kirschen. Die Beiden Führer haben uns kreuz und quer durch Freiburg geführt und sehr viel Interessantes erzählt. Die Führung dauerte, ohne Mittagspause, ca. 4.30 Stunden. Die Zwei, glaube ich, hätten noch eine ganze Woche erzählen können. Vielleicht gibt es wieder mal eine Gelegenheit, mit ihnen eine Führung zu erleben. Speziell fand ich die vielen kleinen Bächlein die durch Freiburg fliessen. Und ich war ganz erstaunt, wie viele verschiedene Bodenbeläge es in Freiburg hat. Vielleicht hatten sie ja auch nicht genug Steine von einer Sorte, darum die Verschiedenheiten. Um ca. 18.00h Uhr trennten wir uns von Frau und Herrn Zimmermann und fuhren nach Hause. Ein ereignisreicher, interessanter und lehrreicher Tag ging zu Ende. Mit einem schönen Abendessen klang dieser Tag aus.
5. Tag
Geschwind geht die Zeit vorbei, heute istAbreisetag. Nachdem sicher war, dass alle Teilnehmer alles eingepackt hatten, wurde unser Gepäck verladen. Dann bestiegen wir die Fahrzeuge, und ab ging es Richtung Schluchsee. Nicht weit vom See entfernt, da hatte es scheinbar eine „Badi“, schwamm ein Teil der Gruppe im See, andere setzten sich an den Rand und nahmen ein Fussbad, und wieder andere wie ich sassen im Schatten. Wir alle genossen das schöne Wetter und die gute Luft. Schade konnte ich nicht ein paar Kilo „Gute Luft“ mit nach Basel mitnehmen. Die könnte ich gut gebrauchen, wenn in Basel Smogzustand herrscht. Am Schluchsee verweilten wir mehr als eine Stunde. Zeitweise ging ein laues Lüftchen und wir hätten noch stundenlang hier bleiben können. Aber der Durst trieb uns in das nächste Restaurant. Anschliessend traten wir definitiv den Heimweg an. Gegen 17.00 Uhr waren wir wieder zu Hause im Blindenheim. Und die Ferien waren vorbei.
Schön finde ich, dass wir alle miteinander gut ausgekommen sind, dass wir einander, wenn es nötig war, unterstützt haben, und dass niemand krank wurde. Wir haben gelebt wie Gott in Frankreich. Es waren schöne Tage.
Paul Betschart
Salzburg
Mittwoch, 27.04.05 bis zum Sonntag, 01.05.05
Endlich war der Tag der Abreise da. Gegen 07.00 Uhr trafen sich ein Teil der TeilnehmerInnen im Blindenheim. Bald hiess es in Richtung Bahnhof zu gehen. In der Schalterhalle wurden wir vom Rest der munteren Reisegruppe erwartet. An diesem Morgen war der Himmel grau und verhangen. Dafür war die Stimmung heiter, denn auf Gleis 7 wartete bereits der Transalpin, der uns um 08.14 Uhr via Rheinfelden – Zürich – Sargans – Buchs – Feldkirch – Bludenz – Langen am Arlberg – St. Anton am Arlberg – Landeck – Imst-Pitztal – Ötztal – Innsbruck – Jenbach – Wörgl – Kufstein nach Salzburg brachte. Wie schnell doch 7 Stunden Bahnfahrt vorbei sein können. - Auch der Salzburger Himmel war grau. Er weinte sogar. Warum bloss? Doch nicht etwa wegen den 12 aus Basel? Die freuten sich nämlich hier zu sein.
Das Hotel „Goldene Krone“ ein im 15. Jahrhundert erbautes Haus, fanden wir mitten in der Altstadt. Kaum an der Linzer Gasse 48 angekommen, begaben wir uns auf einen Ministreifzug durch die Altstadt. Bei allen meldet sich langsam der Hunger. Dem konnte bald Abhilfe geschaffen werden. Im Zipfer Bierhaus, im 13. Jahrhundert erbaut, wurden uns köstliche Speisen serviert. - Was bringt wohl der nächste Tag?
Er brachte uns als erstes schönes Wetter. Bald waren wir alle parat um die Festung Hohensalzburg zu besuchen. Von diesem Ort hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Nach dem Besuch der Festung und dem anschliessenden Mittagessen, begaben wir uns wieder in die Stadt hinunter. Dort hatten wir noch die Möglichkeit eine stündige Fiaker-Fahrt zu machen. Davon wurde begeistert Gebrauch gemacht.
Schon war der Freitag da. Was wird wohl heute los sein? Von Wolfgang Amadeus Mozart gibt es das Mozart-Haus zu besichtigen. Und genau das taten wir am Morgen. Nachmittags ging es mit einem kleinen Schiff die Salzach aufwärts zum Schloss Hellbrunn mit den weltbekannten Wasserspielen. O je, schon wieder Wasser. Der Himmel hatte doch an diesem Tag seine Schleusen erneut geöffnet. Egal, der geführte Rundgang lohnte sich.
Samstag, die Heimreise nahte. Nein halt! Wir vergassen die Heimreise und genossen bei strahlendem Sonnenschein den Tag, besuchten das Schloss Mirabell mit seinem Zwergel-Garten, spazierten der Salzach entlang, stillten Hunger und Durst und kauften noch die letzten Souvenirs.
Sonntag, 01. Mai, Abreisetag. Nach dem Frühstück führte uns der Weg bald einmal zum Bahnhof. Für alle Hungrigen gab es noch Speis und Trank.
Adieu Salzburg. Es war schön in deinen Mauern für ein paar Tage Gast gewesen zu sein.
Monika Born
